Hoch gepriesene „Wundermittel“ – kritisch betrachtet

Aus ihrem überbordenden Reichtum schenkt uns die Natur Superfoods und Substanzen, die (oft in spezifischer Hinsicht) wie Wunder(lebens)mittel erscheinen: sie vermögen uns beispielsweise vor bestimmten Erkrankungen zu schützen, Symptome zu lindern oder zu heilen, bestimmte Erreger oder Viren zunichte zu machen, Giftstoffe schonend auszuleiten, Zellen zu verjüngen, unser Immunsystem zu stabilisieren, …

Die gute Nachricht ist: es gibt tatsächlich Pflanzenstoffe bzw. daraus gewonnene Mittel, die regulative und heilsame Effekte auf bestimmte Organe bzw. das Mikrobiom haben oder bei der Heilung von bestimmten Krankheiten ausschlaggebende Hilfestellung bieten.

Erwiesenermaßen können etwa chronische schwere Darmerkrankungen, Schuppenflechte, Migräne, bestimmte Krebsarten, Hautalterung, Allergien, degenerierte Darmzotten, Intoxikationen und viele ähnliche heftige bzw. symptomatisch schwerwiegende Themen durch bestimmte Pflanzenstoffe enorme Linderung erfahren.

Und es gibt Pflanzenstoffe bzw. Mittel daraus, die derart rasch, mächtig und umfassend wirken (und dabei kaum bis gar keine Nebenwirkungen haben), dass ihre Anwendung durch die Betroffenen wie eine Offenbarung empfunden wird.

Das Problem dabei ist: Wir Menschen verhalten uns meist symptombezogen, sind bequem und haben keinen geübten Blick auf das große Ganze – kurz: wir sind meist gedankenlos und unerfahren.
Und so werden mächtige Mittel zur Linderung eingenommen, was zwar zunächst erleichternd und heilbringend erscheint, mittel- bis langfristig jedoch desaströs ist.
Mit anderen Worten: Vor allem sehr wirkungsstarke Mittel, oft sogenannte Superfoods, werden versuchsweise genommen, statt dass ihre Anwendung in einen holistischen Gesamtzusammenhang eingebettet wird. Die große Gefahr hierbei ist, dass  Symptome und Ursachen verschleiert werden und oft neue Abhängigkeiten statt Heilung entsteht.

Beispiel: Eine Familie, in der drei Familienmitglieder schon seit etlichen Jahren unter einer schweren chronisch-entzündlichen Darmerkrankung litten und laut Ärzteschaft austherapiert waren, bekamen von einem Bekannten den Tipp, einen bestimmten Kernextrakt einzunehmen. Schon nach wenigen Tagen stellte sich eine weitgehende Linderung ein und nach 2 Wochen waren die üblichen Beschwerden praktisch nicht mehr existent. Die ehemals Betroffenen waren verständlicherweise überglücklich und nahmen den Extrakt gerne weiterhin ein.
Das Problem hierbei: Die eigentliche Ursache ihrer Erkrankung musste nun bequemerweise nicht mehr beachtet werden; das Symptom als „Alarmglocke“ des Körpers wurde sozusagen abgeschaltet mit die ungesunde Ernährungs- und Lebensweise, die es verursacht hatte, wurde nun noch ungezügelter fortgesetzt.
Statt echter Heilung passierte hier also eine Verblendung mit langfristig desaströsen Folgen.
Eingebettet in ein holistisches Coaching wäre dies vermutlich anders verlaufen: Womöglich hätte zwar nichts gegen eine vorübergehende Einnahme des Extrakts gesprochen, um Erleichterung zu ermöglichen, doch es wären gleichzeitig durch gezielte Umstellungen der bisher konsumierten Nahrungsmittel neue Voraussetzungen geschaffen worden, dass die Ursache der Darmerkrankung nicht mehr gegeben gewesen wäre. So wären die Betroffenen weder in eine Abhängigkeit noch in größere, nachgelagerte Probleme geraten.

Oft werde ich nach allgemein wirksamen Mitteln gefragt, die bei diesen und jenen Problemen sehr hilfreich oder heilsam sein sollen, oft muss ich Erfahrungsberichte lesen, in denen verzweifelt erkrankte Menschen durch dieses und jenes Mittelchen nach eigenen Aussagen wieder genesen sind.

Um es kurz zu machen – es ist immer das Gleiche: das Wundermittel oder das Superfood gibt es schlichtweg nicht! Und vor allem kommt man schnell in Teufels Küche, wenn man sie bequem symptombezogen einsetzt, statt in einem holistischen Gesamtzusammenhang.

Übrigens ist es nicht selten so, dass bestimmte Pflanzen(stoffe) auch ungewünschte Wirkungen entfalten, vor allem wenn sie regelmäßig oder unwissentlich zu hoch dosiert verwendet werden, oder man sie wegen bestimmten Prädispositionen besser nicht oder nur sehr vorsichtig einnehmen sollte.

Ich finde, es ist überaus wichtig, in jedem Falle eine holistische Betrachtung durchzuführen – sonst kann die womöglich harmlose Selbstanwendung schnell zum Spiel mit dem Feuer werden.

Vielen Dank für Ihre Meinung zu diesem Beitrag und Ihre Fragen!
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